Standort: Hannover
Wettbewerb: 3. Rundgang 2010
Auslober: Landeshauptstadt Hannover

Erweiterung Sprengel Museum, Hannover

Das Sprengel Museum Hannover gehört zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Es wurde nach einem Architektenwettbewerb 1973 angefangen zu bauen und schließlich 1989 vollendet. Das Bauwerk gilt als qualitätsvolles Beispiel der Museumsarchitektur der 70er und 80er Jahre. Nun soll ein Anbau für die neue und größer werdende Kunstsammlung entstehen. Gelegen am Nordufer des Maschsees, bildet das Museum am hannoverschen Innenstadtrand einen publikumswirksamen Anlaufpunkt. Für den Erweiterungsbau soll der Parkplatz des Museums genutzt und der Museumsrundgang damit komplettiert und geschlossen werden.

In einer einfachen Form wertet der von uns entworfene Baukörper den Bestand auf und gibt dem Ensemble einen kraftvollen Abschluss. Direkt am Maschsee gelegen, bildet das Museum ein maßgebliches Glied innerhalb einer Kette öffentlicher Bauten aus.

Der Anbau schließt als zwei-geschossiger Riegel direkt an den Bestand an und erstreckt sich über die gesamte Grundstückslänge. Dabei nimmt die Westfassade die Fluchtlinien der vorhandenen, zweiten Fassadenschicht aus Betonpfeilern und Kopfscheibe im Grundriss auf und erreicht so die exakt selbe Höhe. Der geböschte Sockel wird als identitätsstiftendes Gestaltungselement über die gesamte Gebäudelänge weitergeführt und läuft im Süden mit flacher Neigung aus. Der Bestand und die Erweiterung werden in Proportion und Baumassen sorgfältig ausbalanciert und kraftvoll zu einem neuen Ensemble zusammengeführt. Die Fassade wird aus rahmenlosen, stark spiegelnden Farbgläsern realisiert, die aus dem Fugenrhythmus der vorhandenen Aluminiumbleche entwickelt wurden. Tagsüber spiegelt die Fassade die umgebende Stadtlandschaft und Natur, mit beginnender Dunkelheit kann die Fassade hinterleuchtet werden und erhält so eine eigene und besondere Anmutung.

Im Kontrast zur Geradlinigkeit der Gebäude wird der Übergang zu den vorhandenen, grüngeprägten Grundstücken an der Ostseite durch eine dynamische Böschung gestaltet. Sie schafft eine grüne Kulisse für die privaten Grundstücke als auch den Museumshof.

Der erste und größte Raum des Anbaus ist als multifunktional nutzbarer Ort für Veranstaltungen konzipiert und bildet einen Abschluss für die Museumsstraße. Er formuliert gleichzeitig den fließenden Übergang zu den neuen Flächen. Die unterschiedlichen Niveaus der Geschossübergänge werden über eine differenziert ausgebildete Abfolge von Rampen und Treppen miteinander verbunden. An der Dachkonstruktion wird eine Milchglasdecke mit offenen Fugen aufgehängt, die über ein Lichtlenksystem eine optimale Lichtsteuerung ermöglicht und die darunter liegende Räume inklusive Ausstellung angemessen zur Geltung kommen lässt.