Standort: Weimar
Bauherr: Mövenpick
Bauzeit: 2008
LP: 1–9

Mövenpickrestaurant Weimar

Weimar – Stadt der Dichter und Denker – jedem bekannt, der Gefallen an  historischen Altstädten und klassischer Literatur findet. Am Frauenplan, in Weimars historischer Altstadt, nicht weit entfernt vom Goethe-Nationalmuseum und dem Goethe Park, liegt das Restaurant Mövenpick.

Die Schweizer Gastronomie bündelt hier seine landeseigene Tradition mit der Weimarer Klassik Schillers und Goethes und lässt dies auch in dem Innenraumkonzept erkennen, indem es sich diese Mischung zum Vorteil macht. Das Innenraumkonzept lässt verschiedene Raumsequenzen ablesen und verortet das Schweizer Kult-Restaurant in der Weimarer Stadtkultur.

Die Grundidee für das Restaurant war den allgegenwärtigen Klassizismus  in eine ornamentale Bildsprache zu übersetzen. Frei nach Goethe „Das Gleiche lässt uns in Ruhe, der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht“ wurden hier verschiedene Motive für die Zonierungen gewählt.

So rhythmisiert das Thema „Herrenanzug“  als gold-braun-anthrazit farbige Tapete die erste Zonierung und gibt dem Raum Struktur. Das Goethe- und Schillereck flankiert den Eingangsbereich, der Tresen inklusive Kuchenbuffet wurde umgestaltet, in der hinteren Zone befindet sich der Anna- Amalia- Raum.

Dieser  ist – im Gegensatz zu den Herren – dem Widerspruch gewidmet. Natur ist das Stichwort, das den besagten Widerspruch bildet. Natur steht für Weiblichkeit und Sinnlichkeit und bildet den Kontrast zum Herren-dominierten Bereich. Hier befinden sich Blütenmuster an der Wand, welche durch eine sanfte Farbgebung unterstrichen werden.

Das Naturmotiv mit Schmetterlingen führt auch in den Keller hinab und präsentiert den Raum – entgegen der generellen Erwartung eines Souterrains – hell erleuchtet und freundlich, umgeben von Naturmotiven. Dieser letzte Raum schließt den Rundumblick des Restaurants, der traditionelle Bezüge erfolgreich in dem Konzept verankert.

Abgerundet wird das Design durch dunkle Holzmöbel, indirekte, warme Beleuchtung und passende Gemälde. Der Dielenfußboden wurde abgeschliffen, neu lasiert und gewachst. Zitate und Sentenzen der Dichter des klassischen Weimars wurden ins Holz hinein geprägt und führen die historische Spur als umfassend verbindendes Element und Verankerung des Ortes fort.